Google Ads schaltet ab dem 1. September 2026 automatisch auf AI Max für Suchkampagnen um – und viele Werbetreibende merken das erst, wenn Klickzahlen, Landingpages oder die Kosten pro Conversion plötzlich anders aussehen als gewohnt. Betroffen sind Kampagnen mit automatisch erstellten Assets oder kampagnenweitem Broad Match, die Google zwischen dem 1. und 30. September stufenweise umstellt – ohne dass Werbetreibende aktiv zustimmen müssen.
Kurz & knapp
- Google migriert vom 1. bis 30. September 2026 automatisch alle Suchkampagnen mit «automatisch erstellten Assets» oder kampagnenweitem Broad Match zu AI Max.
- Laut Google steigert AI Max die Conversions im Schnitt um 14 Prozent, bei Kampagnen mit vorwiegend Exact-Match-Keywords sogar um bis zu 27 Prozent.
- Kritiker warnen vor Kontrollverlust: Mit aktivierter «Final URL Expansion» entscheidet teilweise Google, welche Landingpage beworben wird.
Was ist AI Max für Suchkampagnen überhaupt?
AI Max ist keine eigenständige neue Kampagnenart, sondern ein Bündel aus bestehenden Google-Ads-Funktionen, das Google unter einem gemeinsamen Namen zusammenfasst: Smart Bidding, erweiterter Broad Match, automatisch generierte Anzeigentexte (Responsive Search Ads), automatisierte Assets und die erwähnte Final URL Expansion – gesteuert durch Googles Gemini-KI. Ziel ist es, dass Werbetreibende weniger manuell einstellen und Google mehr Signale selbst interpretieren lässt, etwa welche Suchanfragen zu einer Anzeige passen, welcher Anzeigentext am besten performt oder welche Unterseite einer Website am ehesten zur Suchintention passt.
Für Google ist das die konsequente Fortsetzung eines Trends, der sich seit Jahren abzeichnet: weg von manueller Steuerung, hin zu automatisierten, KI-gestützten Kampagnentypen wie Performance Max. AI Max überträgt dieses Prinzip nun auch auf klassische Suchkampagnen – und macht die Automatisierung dort zur Voreinstellung statt zur Option.
Diese Kampagnen sind vom automatischen Upgrade betroffen
Google hat Werbetreibende am 5. August 2026 per E-Mail informiert: Alle Suchkampagnen, die entweder automatisch erstellte Assets (Automatically Created Assets, ACA) oder die kampagnenweite Einstellung für Broad Match nutzen, werden zwischen dem 1. und 30. September automatisch zu AI Max migriert. Konkret bedeutet das:
- Kampagnen mit automatisch erstellten Assets erhalten nach dem Upgrade standardmässig aktives «Suchbegriff-Matching» und automatische Textanpassung.
- Kampagnen mit kampagnenweitem Broad Match erhalten standardmässig aktives Suchbegriff-Matching.
- Bestehende Markeneinschlüsse und -ausschlüsse werden übernommen, Budgets und Gebotsstrategien bleiben unangetastet.
- Wer das Upgrade vermeiden will, muss die betroffenen Legacy-Funktionen vor dem 1. September manuell deaktivieren.
Wichtig dabei: Die Migration läuft nicht für alle Konten am selben Tag, sondern gestaffelt über den ganzen September. Es kann also sein, dass dein Konto erst Mitte oder Ende Monat umgestellt wird – ein falsches Gefühl von Sicherheit, wenn am 1. September noch alles beim Alten aussieht.
Die Zahlen dahinter: Was Google verspricht
Google stützt die Umstellung mit eigenen Performance-Zahlen. Diese solltest du kennen – aber auch einordnen können, denn sie stammen aus konzerneigenen Tests unter optimalen Bedingungen und lassen sich nicht 1:1 auf jedes Konto übertragen:
| Kampagnentyp | Versprochene Verbesserung | Bezugsgrösse |
|---|---|---|
| Durchschnittliche Suchkampagne | ca. 14 % mehr Conversions oder Conversion-Wert | bei ähnlichem CPA/ROAS |
| Kampagne mit vorwiegend Exact Match | bis zu 27 % mehr Conversions | bei ähnlichem CPA/ROAS |
| Migrationsfenster | 1.–30. September 2026 | automatisch, ohne Zutun |
Warum das automatische Upgrade kein reiner Segen ist
Mehr Automatisierung heisst weniger manuelle Kontrolle – und genau das ist der wunde Punkt für viele kleinere Unternehmen. Mit der Final URL Expansion kann Google selbst entscheiden, auf welche Landingpage eine Anzeige verweist, statt strikt die hinterlegte URL zu verwenden. Wer seine Tracking-Struktur, Landingpages und Markensicherheit nicht vorher sauber aufgeräumt hat, gibt der KI zu wenig gute Steuerungsdaten und gleichzeitig zu viel Spielraum.
Besonders für Konten mit kleinem Budget oder wenigen Conversions pro Monat besteht das Risiko, dass die Algorithmen zu wenig verlässliche Signale erhalten und die Ergebnisse schlechter statt besser werden. Das ist auch keine Randnotiz: Bereits seit Juli 2026 haben sich die Google-Ads-Nutzungsbedingungen so verändert, dass Google grundsätzlich mehr automatisierte Eingriffe in Gebote, Budgets und Creative-Assets vornehmen darf. Die AI-Max-Migration im September ist damit Teil einer grösseren Entwicklung, nicht ein isolierter Einzelfall.
Was du jetzt konkret tun solltest
- Konto sichten: Prüfe, welche deiner Suchkampagnen automatisch erstellte Assets oder kampagnenweiten Broad Match nutzen.
- Bewusst entscheiden: Entweder Legacy-Einstellungen vor dem 1. September deaktivieren oder AI Max kontrolliert und mit sauberem Tracking selbst aktivieren.
- Landingpages und Tracking prüfen: Stelle sicher, dass Conversion-Tracking, Zielseiten und Markenausschlüsse aktuell und vollständig sind, bevor die KI mehr Entscheidungen übernimmt.
- Final URL Expansion bewusst konfigurieren: Lege fest, welche Unterseiten überhaupt als Zielseite infrage kommen, statt Google freie Hand zu lassen.
- Ergebnisse eng beobachten: Gerade in den ersten Wochen nach der Migration lohnt sich ein engmaschiger Blick auf Suchbegriffsberichte und Kosten pro Conversion.
Wenn dir dafür intern die Zeit oder das Spezialwissen fehlt, unterstützt dich eine erfahrene Google Ads Agentur dabei, die Migration kontrolliert statt automatisch über sich ergehen zu lassen.
Häufige Fragen
Kann ich das automatische Upgrade auf AI Max verhindern?
Ja. Wenn du die betroffenen Legacy-Funktionen – automatisch erstellte Assets oder kampagnenweiten Broad Match – vor dem 1. September manuell deaktivierst, migriert Google die Kampagne nicht automatisch. Tust du nichts, greift das Upgrade im Lauf des Septembers, gestaffelt über den Monat verteilt.
Was passiert mit meinem Budget und meiner Gebotsstrategie beim Upgrade?
Laut Google bleiben Budgets und Gebotsstrategien beim automatischen Upgrade unverändert. Verändert werden vor allem das Keyword-Matching und die Textgenerierung, die nach dem Upgrade standardmässig aktiv sind, sowie die Möglichkeit für Google, Zielseiten flexibler auszuwählen.
Lohnt sich AI Max für kleine Werbebudgets?
Das hängt stark vom Einzelfall ab. Kampagnen mit wenigen monatlichen Conversions liefern der KI weniger Trainingssignale, wodurch die Optimierung unzuverlässiger ausfallen kann. Eine Prüfung von Tracking, Zielseiten und Kontrollregeln vor der Umstellung reduziert dieses Risiko deutlich und hilft, die Chancen der Automatisierung zu nutzen, ohne die Kontrolle zu verlieren.
Fazit
Das automatische Upgrade auf AI Max ist keine Kleinigkeit, sondern ein tiefer Eingriff in die Funktionsweise vieler Google-Ads-Konten – mit echtem Potenzial, aber auch echten Risiken. Wer jetzt aktiv Tracking, Landingpages und Kontrollregeln prüft, statt die Migration einfach über sich ergehen zu lassen, sichert sich die Chance auf mehr Conversions, ohne die Kontrolle über das eigene Werbebudget zu verlieren.
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