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WordPress oder Baukasten: Was passt zu deinem Unternehmen?

Die Frage WordPress oder Baukasten stellt sich fast jedem Unternehmen, das eine neue Website plant – und sie wird meistens falsch beantwortet, weil nur der Preis der ersten Monate verglichen wird. Entscheidend ist etwas anderes: Wem gehört deine Website in drei Jahren, und was kostet dich ein Wechsel dann wirklich?

Kurz & knapp

  • WordPress betreibt laut W3Techs rund 41,9 % aller Websites weltweit und etwa 59 % aller Seiten mit bekanntem CMS – du bist damit nie auf einen einzigen Anbieter angewiesen.
  • Baukastensysteme sind schneller startklar, binden dich aber technisch: Bei einzelnen Anbietern lässt sich die Website gar nicht exportieren.
  • Der Unterschied zeigt sich erst ab Jahr zwei – bei Ladezeit, Sichtbarkeit und der Frage, ob du später noch wechseln kannst.

Was ein Baukasten wirklich ist – und was WordPress

Ein Homepage-Baukasten wie Wix, Squarespace oder Jimdo ist ein geschlossenes System: Hosting, Editor, Vorlagen und Wartung kommen aus einer Hand. Du mietest die Software und die Infrastruktur. WordPress dagegen ist ein offenes Content-Management-System. Du installierst es bei einem Hoster deiner Wahl, die Dateien und die Datenbank gehören dir.

Dieser eine Unterschied – mieten statt besitzen – erklärt fast alle weiteren. Er bestimmt, wie frei du beim Design bist, wie tief du technisch optimieren kannst und wie teuer ein späterer Umzug wird.

Der ehrliche Vergleich

Kriterium Baukasten WordPress
Zeit bis zur ersten Seite Stunden bis wenige Tage Tage bis Wochen (mit Agentur planbar)
Laufende Kosten Fixes Monatsabo, alles inklusive Hosting + Wartung, dafür frei wählbar
Technische SEO-Tiefe Begrenzt auf das, was der Anbieter freigibt Vollzugriff auf Struktur, Ladezeit, Markup
Erweiterbarkeit App-Store des Anbieters Tausende Plugins, eigene Entwicklung möglich
Datenexport / Umzug Eingeschränkt, teils gar nicht möglich Vollständiger Export von Inhalten und Datenbank
Wartungsaufwand Übernimmt der Anbieter Updates nötig – intern oder via Wartungsvertrag
Passt zu Einseitern, Tests, sehr kleinen Budgets Unternehmen mit Wachstums- und Leadzielen

Wo Baukasten die richtige Wahl ist

Es gibt gute Gründe für einen Baukasten. Wenn du eine Idee validieren willst, eine einzelne Landingpage für eine Kampagne brauchst oder als Einzelunternehmerin mit sehr kleinem Budget startest, ist ein Baukasten schlicht der schnellere Weg. Du brauchst niemanden für Updates, das Hosting ist inklusive, und du bist am selben Tag online.

Auch wenn deine Website dauerhaft eine reine Visitenkarte bleibt – ein paar Seiten, Kontaktformular, keine Ambitionen bei der Sichtbarkeit – wirst du den Unterschied zu WordPress kaum spüren. Der Punkt ist: Diese Entscheidung solltest du bewusst treffen, nicht aus Versehen.

Wo der Baukasten dich ausbremst

1. Ladezeit und Core Web Vitals

Google misst reale Nutzerdaten über die Core Web Vitals: LCP unter 2,5 Sekunden, INP unter 200 Millisekunden, CLS unter 0,1. Im Juli 2025 bestanden nur rund 48 % der mobilen Websites alle drei Werte. Das ist kein Schönheitsthema: Jede zusätzliche Sekunde Ladezeit kostet nach mehreren Auswertungen rund 7 % der Conversions, und etwa 53 % der mobilen Besuche werden nach drei Sekunden abgebrochen.

Auf einem Baukasten kannst du an diesen Werten nur begrenzt schrauben. Skripte, die der Anbieter ausliefert, lässt er dich in der Regel nicht entfernen. Auf WordPress hast du Zugriff auf Caching, Bildformate, Schriftarten und den geladenen Code – genau die Stellschrauben, die diese Werte bewegen.

2. Der Lock-in-Effekt

Bei einzelnen Baukastenanbietern – etwa IONOS – ist ein Export der Website schlicht nicht vorgesehen. Wer nach drei Jahren wechseln will, baut alles neu auf: Inhalte, Struktur, Bilder, interne Verlinkung. Dazu kommt das grösste Risiko, das viele unterschätzen: Aufgebaute Rankings gehen bei einem schlecht geplanten Umzug verloren, weil Weiterleitungen und URL-Struktur nicht sauber übertragen werden können.

Bei WordPress ist der Umzug ein Standardvorgang. Datenbank und Dateien lassen sich vollständig exportieren, ein Hosterwechsel ist eine Frage von Stunden, nicht von Monaten.

3. Der Wachstumsdeckel

Solange deine Website fünf Seiten hat, merkst du keinen Unterschied. Sobald du einen Blog mit Kategorien, mehrsprachige Inhalte, ein Buchungssystem, eine CRM-Anbindung oder strukturierte Daten für Rich Snippets brauchst, endet der Baukasten dort, wo sein App-Store endet. Bei WordPress ist die Frage nicht «geht das?», sondern «wie sauber setzen wir es um?».

Was die Verbreitung dir sagt

WordPress kam laut W3Techs im Mai 2026 auf rund 41,9 % aller Websites weltweit und auf etwa 59 % Marktanteil unter allen Seiten mit erkennbarem CMS – nach 43,2 % im Dezember 2025. Der nächstgrössere Anbieter, Shopify, liegt bei rund 7,6 %.

Der leichte Rückgang wird gern als Schwächesignal gelesen. Für dich als Unternehmen ist die praktische Konsequenz eine andere: Bei dieser Verbreitung findest du jederzeit Entwickler, Agenturen und Freelancer, die dein System kennen. Du bist nicht davon abhängig, dass ein einzelner Anbieter sein Produkt weiterführt oder seine Preise nicht verdoppelt. Genau diese Unabhängigkeit ist bei einer professionellen Website der eigentliche Wert – nicht das Template.

Die Kosten, die im Monatspreis nicht stehen

Der Preisvergleich zwischen Baukasten und WordPress wird fast immer auf der falschen Ebene geführt. Verglichen wird das Monatsabo mit dem Angebot einer Agentur – also eine laufende Miete mit einer einmaligen Investition. Sinnvoller ist eine Betrachtung über drei Jahre, inklusive der Posten, die im Abo-Preis nicht auftauchen.

Beim Baukasten kommen zu den Abogebühren typischerweise dazu: kostenpflichtige Zusatz-Apps für Funktionen, die im Basistarif fehlen, Aufpreise für zusätzlichen Speicher oder Mehrsprachigkeit, sowie deine eigene Arbeitszeit, wenn du die Seite selbst pflegst. Bei WordPress kommen zu Hosting und Wartung die einmaligen Aufbaukosten – dafür bleibt die Struktur danach in deinem Besitz.

Der Posten, den fast niemand einrechnet, ist der teuerste: der spätere Wechsel. Wer nach drei Jahren vom Baukasten wegmuss, zahlt den kompletten Neuaufbau ein zweites Mal – plus den Verlust an Sichtbarkeit während der Übergangsphase.

Fünf Fragen, die deine Entscheidung vorwegnehmen

Bevor du Plattformen vergleichst, beantworte diese fünf Fragen ehrlich. Sie entscheiden die Sache schneller als jede Feature-Liste:

  • Soll die Website Anfragen bringen oder nur existieren? Wenn sie messbar Leads liefern soll, brauchst du Zugriff auf technische SEO und Ladezeit.
  • Wie viele Seiten hast du in zwei Jahren? Ab etwa 20 bis 30 Seiten mit Kategorien, Filtern und Blogstruktur wird der Baukasten unübersichtlich.
  • Brauchst du Anbindungen? CRM, Newsletter-Tool, Buchungssystem, Warenwirtschaft – jede Schnittstelle ist beim Baukasten eine Frage des App-Angebots, bei WordPress eine Frage der Umsetzung.
  • Wer pflegt die Seite? Wenn niemand im Team Zeit für Updates hat, brauchst du bei WordPress zwingend einen Wartungsvertrag – sonst wird das offene System zum Sicherheitsrisiko.
  • Wie schmerzhaft wäre ein Neuaufbau in drei Jahren? Je grösser der Schmerz, desto weniger darfst du dich technisch binden.

Vier von fünf Antworten deuten meist eindeutig in eine Richtung. Wenn nicht, ist das selbst ein Ergebnis: Dann ist deine Website strategisch noch nicht scharf genug definiert – und genau das solltest du vor der Plattformwahl klären, nicht danach.

Der häufigste Fehler in der Praxis

In unserer Arbeit sehen wir dieselbe Reihenfolge immer wieder: Ein Unternehmen startet mit einem Baukasten, weil es schnell gehen soll. Zwei Jahre später läuft das Geschäft gut, die Website soll jetzt Anfragen bringen – und plötzlich fehlen genau die Stellschrauben, die dafür nötig wären. Der Wechsel kostet dann nicht nur Geld, sondern auch Zeit und Rankings.

Der Fehler war nicht der Baukasten. Der Fehler war, ihn ohne Ausstiegsplan zu wählen. Wer sich bewusst für den schnellen Start entscheidet, sollte von Anfang an festhalten, ab welchem Punkt gewechselt wird – und die Inhalte so pflegen, dass sie sich später überhaupt übertragen lassen.

Die Entscheidungsfrage in einem Satz

Frag dich nicht «Was ist billiger?», sondern: Soll meine Website in drei Jahren mehr leisten als heute? Lautet die Antwort ja – mehr Anfragen, mehr Sichtbarkeit, mehr Funktionen – dann ist WordPress die Basis, die mitwächst. Lautet sie nein, spricht nichts gegen einen Baukasten.

Häufige Fragen

Ist WordPress wirklich schwieriger zu bedienen?

Im Alltag kaum. Wenn die Website sauber aufgebaut und mit einem verständlichen Editor eingerichtet ist, pflegst du Texte und Bilder genauso einfach wie im Baukasten. Der Unterschied liegt in der Einrichtung, nicht in der täglichen Nutzung.

Was kostet WordPress laufend?

Die Software selbst ist kostenlos. Laufend zahlst du Hosting und – sinnvollerweise – Wartung für Updates, Backups und Sicherheit. In Summe liegt das oft in der Grössenordnung eines mittleren Baukasten-Abos, nur mit deutlich mehr Möglichkeiten.

Kann ich später vom Baukasten zu WordPress wechseln?

Ja, aber selten per Knopfdruck. Je nach Anbieter musst du Inhalte manuell übertragen. Wichtig ist eine saubere Weiterleitungsstrategie, damit bestehende Rankings erhalten bleiben. Je früher der Wechsel, desto günstiger.

Ist WordPress unsicherer als ein Baukasten?

Nicht grundsätzlich, aber die Verantwortung liegt bei dir. Beim Baukasten kümmert sich der Anbieter um Updates. Bei WordPress müssen Core, Theme und Plugins regelmässig aktualisiert werden – ein gepflegtes System ist sicher, ein vernachlässigtes ist es nicht. Genau deshalb gehört Wartung von Anfang an in die Kalkulation.

Fazit

Ein Baukasten ist ein guter Start und ein schlechter Dauerzustand – jedenfalls dann, wenn deine Website Anfragen bringen soll. WordPress kostet am Anfang mehr Aufmerksamkeit, gibt dir dafür die Kontrolle über Ladezeit, Struktur und Sichtbarkeit und lässt dich jederzeit den Anbieter wechseln. Wer diese Entscheidung bewusst statt nach Monatspreis trifft, spart sich in zwei Jahren einen teuren Neuaufbau.

Weiterlesen: Was kostet eine Webseite erstellen lassen? · Webdesign Agentur vs. Freelancer: Was ist besser für dein Unternehmen?

Unsicher, welche Basis zu deinem Unternehmen passt?
Wir schauen uns deine aktuelle Website an und sagen dir ehrlich, ob ein Wechsel sich lohnt – oder ob du bleiben solltest.

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