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Google-Ads-Betreuung: Was das Monatsmodell kostet und enthält

Eine Google-Ads-Betreuung im Monatsmodell ist der Punkt, an dem aus einem einmal aufgesetzten Werbekonto ein Kanal wird, der planbar Anfragen liefert – oder eben ein Budget, das Monat für Monat leise versickert. Fast jeder Anbieter nennt auf seiner Seite einen Preis. Kaum jemand erklärt, warum die Abrechnung so aussieht, wie sie aussieht. Genau das holen wir hier nach: welche drei Modelle am Markt üblich sind, was sie real kosten, ab welchem Werbebudget welches Modell günstiger wird und welche Leistungen enthalten sein müssen, damit die monatliche Rechnung ihr Geld wert ist.

Kurz & knapp

  • Drei Abrechnungsmodelle dominieren: Prozent vom Werbebudget (meist 10–20 %), Fixpauschale (rund 300–1’500 Euro pro Monat) oder Stundensatz (etwa 90–180 Euro).
  • Der Kipppunkt zwischen Prozentmodell und Pauschale liegt je nach Pauschalhöhe meist zwischen 4’000 und 7’000 Euro monatlichem Media-Budget.
  • Nicht der Preis entscheidet, sondern der Leistungsumfang: ohne Pflege der Suchbegriffe, geprüftes Conversion-Tracking und ein Reporting mit Kosten pro Anfrage ist jede Betreuung zu teuer.

Setup und laufende Betreuung sind zwei verschiedene Rechnungen

Bevor es um Zahlen geht, braucht es eine Trennung, die in Angeboten regelmässig verschwimmt. Die Einrichtung eines Kontos ist ein einmaliges Projekt: Kontostruktur, Keyword-Recherche, Anzeigentexte, Conversion-Tracking, Abgleich mit den Zielseiten. Die Betreuung ist alles danach – jeden Monat, dauerhaft, ohne Enddatum. Wer beides in eine einzige Zahl presst, vergleicht Äpfel mit Birnen. Wie die einmalige Beauftragung kalkuliert wird, haben wir im Beitrag zur Beauftragung einer Google-Ads-Agentur aufgeschlüsselt. Hier geht es ausschliesslich um das laufende Monatsmodell.

Der Unterschied ist auch inhaltlich gross. Ein Setup ist nach wenigen Wochen abgeschlossen und danach statisch. Eine laufende Betreuung reagiert auf Dinge, die sich permanent bewegen: neue Mitbewerber im Auktionsumfeld, steigende Klickpreise, saisonale Nachfrage, automatische Umstellungen von Google selbst. Genau deshalb laufen unbetreute Konten nach einigen Monaten fast immer schlechter als direkt nach dem Start – nicht weil das Setup schlecht war, sondern weil sich das Umfeld darum herum verändert hat.

Die drei Abrechnungsmodelle im direkten Vergleich

Am Markt haben sich drei Grundmodelle plus eine Mischform durchgesetzt. Üblich sind 10 bis 20 Prozent vom Werbebudget, eine Monatspauschale zwischen rund 300 und 1’500 Euro oder ein Stundensatz von etwa 90 bis 180 Euro. Über alle Kontogrössen hinweg bewegen sich die Gesamtpreise für eine laufende Betreuung ungefähr zwischen 250 Euro und 6’000 Euro pro Monat – kleine Konten am unteren Rand, komplexe Mehrländer- oder Shop-Konten am oberen.

Modell Typische Höhe Passt zu Schwachstelle
Prozent vom Werbebudget 10–20 % der monatlichen Media-Ausgaben Konten mit stark schwankendem oder saisonalem Budget Der Preis wächst mit dem Budget, der Aufwand oft nicht – und niemand hat einen Anreiz, Budget zu senken
Fixpauschale rund 300–1’500 Euro pro Monat planbare Konten mit klar definiertem Leistungskatalog Bei schnell wachsenden Konten reicht der vereinbarte Umfang irgendwann nicht mehr
Stundensatz ca. 90–180 Euro pro Stunde punktuelle Optimierung, Audits, Zweitmeinungen Ohne Stundenkontingent kaum planbar; Abstimmung und Berichte verbrauchen Stunden
Mischmodell Grundgebühr plus kleiner Prozentanteil kleine Budgets mit Wachstumsabsicht Nur fair, wenn die Grundgebühr die Basisleistungen wirklich abdeckt

Ein Detail wird dabei oft übersehen: Der Arbeitsaufwand in einem Werbekonto skaliert nicht linear mit dem Budget. Ob eine Kampagne 2’000 oder 12’000 Euro im Monat ausgibt, ändert an der Anzahl der Kampagnen, Anzeigengruppen und Suchbegriffe wenig. Es ändert nur, wie teuer ein Fehler wird. Genau deshalb fühlt sich das Prozentmodell bei kleinen Budgets fair und bei grossen irgendwann unangemessen an.

Rechenbeispiel: ab welchem Budget welches Modell günstiger ist

Die folgende Rechnung nutzt zwei mittlere Marktwerte: 15 Prozent vom Werbebudget gegen eine Fixpauschale von 900 Euro. Setze deine eigenen Zahlen ein, die Logik bleibt dieselbe.

Monatliches Werbebudget 15 % vom Budget Fixpauschale Günstiger
1’500 Euro 225 Euro 900 Euro Prozentmodell
3’000 Euro 450 Euro 900 Euro Prozentmodell
6’000 Euro 900 Euro 900 Euro Gleichstand
10’000 Euro 1’500 Euro 900 Euro Pauschale
20’000 Euro 3’000 Euro 900 Euro Pauschale, deutlich

Der Kipppunkt liegt hier bei 6’000 Euro. Mit einer Pauschale von 600 Euro läge er bei 4’000 Euro, mit 1’200 Euro bei 8’000 Euro. Daraus ergibt sich eine brauchbare Faustregel: Unterhalb von etwa 4’000 Euro Media-Budget ist ein Prozentmodell meist die günstigere und für beide Seiten tragbare Variante. Oberhalb von rund 7’000 Euro solltest du auf eine Pauschale oder auf eine Deckelung des Prozentsatzes bestehen – sonst bezahlst du Wachstum doppelt, einmal an Google und einmal an die Betreuung.

Ein zweiter Punkt gehört in jeden Vertrag: eine Untergrenze. Viele Anbieter setzen bei reinen Prozentmodellen eine Mindestgebühr an, weil 15 Prozent von 800 Euro keine seriöse monatliche Arbeit finanzieren. Das ist legitim – es muss nur vorher auf dem Tisch liegen und nicht in der dritten Rechnung auftauchen.

Was in einer laufenden Betreuung enthalten sein muss

Preis ohne Leistungsverzeichnis ist wertlos. Diese Punkte gehören in jedes Monatsmodell, unabhängig vom Abrechnungsweg:

  • Suchbegriff-Bericht auswerten und Ausschlüsse pflegen – mindestens monatlich, bei grösseren Konten wöchentlich. Das ist die Kernarbeit, nicht eine Zusatzleistung.
  • Gebotsstrategien und Zielwerte nachführen, statt eine Strategie ein Jahr lang unangetastet laufen zu lassen.
  • Anzeigentexte und Assets testen, schwache Varianten ersetzen, Erweiterungen aktuell halten.
  • Conversion-Tracking regelmässig prüfen. Ein Konto mit gebrochenem Tracking optimiert auf nichts – und das fällt ohne Kontrolle wochenlang niemandem auf.
  • Zielgruppen- und Standortsteuerung nachziehen, inklusive Ausschluss von Regionen, aus denen keine verwertbaren Anfragen kommen.
  • Monatliches Reporting mit Ausgaben, Anfragen und Kosten pro Anfrage – nicht nur Klicks, Impressionen und Klickrate.
  • Eine erreichbare Ansprechperson, die Entscheidungen erklärt, statt nur Zahlen zu verschicken.

Wenn du deine Kampagnen in professionelle Hände geben willst, findest du unser Vorgehen und den Leistungsumfang auf der Seite zu Meta & Google Ads. Wichtig ist uns dabei die Reihenfolge: erst das Tracking, dann das Budget.

Woran du erkennst, dass du zu viel bezahlst

Branchenschätzungen gehen davon aus, dass in ungepflegten Konten zwischen 20 und 40 Prozent des Budgets auf Klicks entfallen, die nie zu einer Anfrage führen. Eine Auswertung von 32 Google-Ads-Konten mit insgesamt 5,2 Millionen Suchbegriffen ohne Conversion zeigt zusätzlich, wo dieses Geld konkret liegt: Die teuersten 10 Prozent der Suchbegriffe halten im Median 48,8 Prozent des vergeudeten Budgets. Für dich als Auftraggeber ist das die wichtigste Zahl des ganzen Themas – denn sie bedeutet, dass sich ein grosser Teil der Verschwendung mit wenigen, gezielten Ausschlüssen heben lässt.

Daraus folgt eine sehr einfache Prüfung: Lass dir zeigen, welche Suchbegriffe im letzten Monat neu ausgeschlossen wurden. Kommt darauf keine Liste, findet die Kernarbeit der Betreuung nicht statt – unabhängig davon, wie gut der Monatsbericht aussieht. Weitere Warnsignale:

  • Das Reporting zeigt Impressionen und Klickrate, aber keine Kosten pro Anfrage.
  • Seit Monaten wurden keine neuen Anzeigenvarianten eingestellt.
  • Das Budget steigt, die Anzahl der Anfragen bleibt gleich – und niemand spricht es an.
  • Du bekommst keinen Zugriff auf dein eigenes Werbekonto, sondern nur Auszüge daraus.

Welche Ergebnisse realistisch sind

Damit du einordnen kannst, was eine Betreuung überhaupt bewirken soll, hilft ein Blick auf breite Vergleichswerte. Eine Auswertung von über 13’000 Suchkampagnen aus 23 Branchen im Zeitraum April 2025 bis März 2026 kommt auf eine durchschnittliche Klickrate von 6,64 Prozent, einen Klickpreis von 5,42 US-Dollar, eine Conversion-Rate von 8,18 Prozent und Kosten pro Lead von 66,69 US-Dollar. Die Conversion-Raten sind dabei in 87 Prozent der Branchen gestiegen, die Klickpreise um rund 3 Prozent.

Rechne das auf dein Konto herunter: Bei 3’000 Euro Media-Budget und rund 67 Euro Kosten pro Anfrage landest du bei etwa 45 Anfragen im Monat. Eine Pauschale von 900 Euro erhöht deine echten Kosten pro Anfrage damit um rund 20 Euro. Diese 20 Euro sind der Massstab: Die Betreuung muss die Kosten pro Anfrage um mehr als diesen Betrag senken – sonst ist sie ein Kostenblock und keine Investition. Genau so solltest du das Gespräch führen, und genau so lässt sich der Erfolg nach drei Monaten nachrechnen.

Häufige Fragen

Lohnt sich eine Betreuung schon bei kleinem Budget?

Unterhalb von etwa 1’000 Euro Media-Budget im Monat ist eine vollständige Betreuung selten wirtschaftlich, weil die Gebühr einen zu grossen Anteil der Gesamtkosten ausmacht. Sinnvoller sind dann ein sauberes Setup plus ein vierteljährlicher Check, oder ein Mischmodell mit kleiner Grundgebühr. Ab etwa 1’500 bis 2’000 Euro Budget rechnet sich laufende Arbeit in der Regel, weil dort die Verschwendung in absoluten Zahlen spürbar wird.

Was passiert, wenn ich die Betreuung kündige?

Das Konto gehört dir – vorausgesetzt, es läuft auf deine eigene Google-Ads-ID und nicht auf ein Sammelkonto der Agentur. Kläre das vor der Unterschrift, zusammen mit dem Zugriff auf Conversion-Tracking, Zielgruppenlisten und historische Daten. Diese Historie ist bares Geld wert, weil die automatischen Gebotsstrategien darauf aufbauen.

Ist ein rein erfolgsabhängiges Modell nicht fairer?

Es klingt fairer, ist in der Praxis aber schwer sauber umzusetzen. Es setzt ein lückenloses, unstrittiges Tracking voraus und schafft den Anreiz, auf leicht messbare Mikro-Conversions zu optimieren statt auf echte Anfragen. Als ergänzender Bonus auf ein Grundhonorar funktioniert es gut, als alleiniges Modell selten.

Wie lange dauert es, bis eine Betreuung wirkt?

Erste Effekte aus Ausschlüssen und Gebotsanpassungen sind meist nach zwei bis vier Wochen sichtbar. Für eine belastbare Bewertung brauchst du drei Monate, weil automatische Gebotsstrategien nach jeder grösseren Änderung eine Lernphase durchlaufen. Wer nach zwei Wochen umsteuert, bezahlt diese Lernphase mehrfach.

Fazit

Die Frage nach den Kosten einer Google-Ads-Betreuung lässt sich nicht mit einer Zahl beantworten, aber mit einer klaren Struktur. Prüfe erstens, welches Abrechnungsmodell zu deinem Budget passt – unter rund 4’000 Euro Media-Budget meist Prozent, darüber Pauschale oder Deckelung. Verlange zweitens ein Leistungsverzeichnis, in dem die Pflege der Suchbegriffe und die Kontrolle des Trackings ausdrücklich stehen. Und miss drittens am Ende nicht Klicks, sondern die Kosten pro Anfrage. Wer diese drei Punkte vor der Unterschrift klärt, führt eine Verhandlung über Wirkung statt über Rabatte – und das ist der Unterschied zwischen einem Werbekonto, das Geld kostet, und einem, das Kundschaft bringt.

Weiterlesen: Google Ads Agentur beauftragen: Kosten & wann sie sich lohnt · Was kostet Google Ads? Budget, Klickpreise und echte Zahlen

Zahlst du für Betreuung oder für Berichte?
Wir schauen uns dein Werbekonto an, zeigen dir, wo Budget versickert, und rechnen dir vor, welches Betreuungsmodell für dein Budget das günstigere ist.

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